Yoga Individuell - Thema Krankheit - Notizen für den Unterricht...

YogaStunde für eine Brustkrebspatientin, nach der OP

Anliegen der Patientin:

Übungen und Info für die jetzt entstandenen Schmerzregionen...

Wie kann ich der Krankheit begegnen?

 

Die Brust steht für Bemuttern, Nähren und Nahrung, die ich aufnehme und auch weitergebe...

Störungen in der Brust können ein Hinweis auf die Weigerung, sich selbst liebevoll zu nähren sein, vielmehr werden immer wieder andere an die erste Stelle gestellt... möglich ist eine Tendenz des übertreibenden Bemutterns, „nur ich kann diese Position ausfüllen“ – Selbstaufopferung...

Krebs kann eine Auswirkung lange gehegten Grolls, einer tiefen Verletzung, eines tief verborgenen Geheimnis oder Trauer sein, was am Selbst nagt – Hass und/oder Sinnlosigkeit mit tiefer Verankerung im Selbst...

Die Schultern stehen für die Fähigkeit die Erfahrungen unseres Lebens freudig zu tragen – unsere Einstellung kann das Erlebte zur Last machen...

Die Hüfte trägt den Körper in vollkommenem Gleichgewicht und ist ein wichtiger Aspekt beim Vorankommen im Leben. Probleme entstehen, wenn ich mich z.B. ängstige, bei größeren Entscheidungen vorwärts zu gehen...

Der Rücken steht für die Unterstützung im Leben...

Da sind bei Schmerzen... 

  • im oberen Bereich, ein Mangel an emotionaler Unterstützung zu finden. Mir fehlt Liebe und ich halte selbst Liebe zurück...

  • im mittleren Bereich die Schuldgefühle lokalisiert, wenn ich an all dem Zeug „da hinten“, aus der Vergangenheit hängen bleibe...

  • im unteren Bereich sitzt die Furcht ums Geld und der Mangel an finanzieller Unterstützung ist dort angesiedelt...

 

Gedankenmuster überprüfen...

  • Liebevolles Vergeben und Lösen aus den Klammern der Vergangenheit – dann lässt sich die aktuelle Welt wieder mit Freude füllen – Liebe und Selbstakzeptanz bekommt wieder Raum...

  • Ich bin wichtig, ich zähle und ich trage Sorge für mich, nähre mich mit Liebe und Freude und lasse anderen die Freiheit zu sein, wer sie sind!

  • Alle Erlebnisse dürfen voll Freude und Liebe sein – auch oder gerade im Angesicht einer Krankheit und der eigenen Sterblichkeit – eine unveränderliche Tatsache unseres Lebens!!

  • Jeder neue Tag trägt Freude in sich – ich bin ausgeglichen und frei, da kann immer Dankbarkeit sein, wenn ich das sehen will!

  • Ich kann in vollkommenem Gleichgewicht sein, in jedem Alter, in jeder Situation und Herausforderung, in meinem ganzen Leben, und gehe mit Leichtigkeit und Freude voran – es wird immer meine Entscheidung sein – ich bin den Dingen der Welt nie ohne diese Möglichkeit ausgeliefert!

  • Ich weiß, dass mein Leben immer hinter mir steht und nur das Beste will!! Alles geschieht zu meinem Besten, ich bin in Sicherheit... – Hab ich das schon erlebt? Kann ich das glauben und zulassen?

  • Wie steht es also mit meinem Vertrauen in die Prozesse des Lebens? Die Kraft, mich selbst zu akzeptieren und zu lieben, auch aus all dem Vergangenen heraus...? Glaubenssätze und alte Überzeugungen gilt es zu ergründen und loszulassen!!

 

Ein wunderbarer Leitsatz könnte sein:

Yoga ist, den Mut zu haben, ganz man selbst zu sein und auch freudig die Konsequenzen dafür zu tragen...

 

Werden, was Du bist...!

 

Solche Erkenntnisarbeit ist selten linear – es gibt immer Wellen, mit allem „Rauf und Runter“... und wir müssen nicht alles jetzt und umfassend hinkriegen und schaffen!!! Bitte lasst immer die Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen – so wichtig, auch für unsere Kinder!!

Mir hilft oft, es einfach nur „für möglich zu halten“, dass alles genau richtig sein könnte, wie es grad läuft... Weil ich nicht oder noch nicht sehen kann, wofür die Wendung, die Begebenheit, der Einschlag, gut sein könnte... Fein zu ergründen, was davon ich beeinflussen und was ich einfach nicht ändern kann!! Warum die Zähne am schlechten Wetter oder weil der Sommer vorbei ist ausbeißen – das zu ändern, liegt wohl nicht in meiner Macht... 

Das allein macht die Türen und Fenster in unserem Geist auf und dort geschieht dann die Magie... Wir können bisweilen vollkommen glücklich und dankbar sein, egal, was eben Schlimmes passiert ist... wir alle kennen diese Momente! Und genau diese Möglichkeit lässt sich zur Gewohnheit entwickeln!!!

 

Ganz besonders wichtig erscheint mir, dass wir immer wieder und so oft es geht, ganz zur Ruhe kommen können, in unserem stetigen „Tun und Machen und Streben“, unserem Alltag eben! 

Das braucht vor allem den Entschluss, das für sich selbst möglich machen zu wollen!! 

Sitzen und eine Tasse Tee oder Café oder alles andere, was schmeckt,  zu genießen. Aus dem Fenster kucken und die Natur beobachten...! Anhalten und eine Aussicht genießen... einen Schmetterling begleiten... ANHALTEN!!! Atmen... sich spüren!!! Scheinbar „Nichts tun“ und dabei das eigene innere Universum entdecken und erfahren... 

Die eigenen Geistesbewegungen, Stimmungen und Gedanken zu beobachten, klärt diese chaotischen Bewegungen zunächst, entwirrt das laute Durcheinander im Kopf. Wir können so allmählich immer besser erkennen und bewusst wahrnehmbar machen, was für eine Wirkung die ständig wechselnden Stimmungen, Bilder, Gefühle und Emotionen auf unseren Geist haben und so diese Wirkung immer tiefer ergründen...

...um in einem weiteren Schritt, von allem was uns unheilsam erscheint allmählich Abstand zu nehmen und es dann auch los zulassen oder zumindest sein zu lassen, dauernd nach denselben beschimpfenden Gedanken und jammernden inneren Wiederholungen zu greifen... 

...um jetzt alle heilsamen Gedanken zu stärken und zu nähren, freudig willkommen zu heißen!! 

 

Die Übung, fortwährend den Unterschied zwischen HEILSAM und UNHEILSAM zu ergründen, erscheint mir der wesentlicher Bestandteil einer jeden Praxis zu sein! 

Es geht also nicht um unsere oft penetrante Bewertung von Allem und Jedem in, „schlecht oder gut“, „will ich“ oder „will ich nicht“! Das sind echte Hindernisse auf unserem Weg (Die sogenannten Klesas, im Yoga) ein glückliches Leben zu führen! 

Sondern es dreht sich darum, ob es mich heilt und nährt oder verletzt und beschädigt, Unwohlsein erzeugt...! Ist also eine Wohltat spürbar oder nicht? 

 

Diese Art der Betrachtung umfasst schlicht ALLES! 

Unser ganzes Leben, alle Bereiche: Unser Essen; unsere Kleidung; das Buch, die Sendung, die Musik, die ich mir anschaue oder anhöre; das Gespräch, das ich führe; den Beruf oder die Tätigkeit, den/die ich ausübe; meine Freunde und Partner... und dabei auch noch alle Aspekte der vielfältigen Bereiche!

So kann zum Beispiel, eine Krankheit auf körperlicher Ebene schmerzhaft und verletzend, auf geistiger Ebene aber überaus klärend, stärkend und heilsam sein. Wenn wir unsere Kinder nach überstandener Krankheit beobachten, erkennen wir oft ganz neue körperliche oder geistige Errungenschaften, machen sie meist gewaltige Entwicklungsschritte. 

Das ist bei Erwachsenen genau so, wird manchmal nur nicht so wahrgenommen und von der betroffenen Person oft ganz anders bewertet – siehe oben – will ich/will ich nicht... niemand will krank werden!! Wir hatten aber ehrlicherweise noch nie eine Wahl – egal, wie sehr wir uns bemühen, uns fit halten, die Nahrung ergänzen oder unseren Körper stählen – unser aktuelles Fahrgestell, der Körper, den unser Geist bewohnt, wird eines Tages, in Teilen oder komplett, zusammenbrechen!!

 

Wir werden alle sterben – über den Weg und die Zeit, bis es soweit ist, entscheide ich aber weitestgehend selbst - mit allen, auf jeden von uns einstürmenden äußeren Unwägbarkeiten!! 

 

Das Leben ist Leiden, sagt der Buddhist... 

Sobald da ein Körper ist, den wir bewusst als „mein Körper“ wahrnehmen, geht der Spaß los... Hunger, Durst, Kälte, Schmerz, Gier, Wut, Angst... Leiden sitzt immer mit am Tisch oder steht vor der Haustür und klopft bereits! Da gibt es vielfältiges Leiden des Körpers und jede Menge Leiden des Geistes, grobstofflich und feinstofflich... Das ist eine unumstößliche Wahrheit für jede, sich selbst bewusste Existenz!

Ein bisschen Karma aus vorvergangenen Leben gibt es obendrein noch abzutragen und durch die eigenen Entscheidungen kreiertes Karma wird noch damit verrechnet, weiß der praktizierende Yogi...

Was ich jedoch als Leid wahrnehme und was nicht, liegt in meinem Ermessen und ist meine Entscheidung! Okay...ich gebe gern zu, das braucht ein bisschen Übung, Disziplin und Zuversicht – wir sind wieder beim Vertrauen ins Leben angekommen...

Ganz vereinfacht dargestellt, sind buddhistische Mönche überzeugt davon, dass ich auch selbst entscheide, wie ich sterben werde und bereiten sich in täglichen Meditationen auf diesen nächsten Schritt ihrer Seele vor. 

So heißt es im Tibetischen Buch vom Leben und vom Sterben, dem Sinn nach: Ein glückliches, erfülltes Leben sei nur dann möglich, wenn ich mich täglich - heilsam - mit meiner eigenen Sterblichkeit befassen würde... Das lässt uns - bisweilen zumindest - die wahren Schätze unserer momentanen Existenz erkennen - Gelassenheit, Fröhlichkeit, Kraft, Liebe, Sanftmut, Gleichmut, Ruhe, Frieden... und daraus ergeben sich so viele Gründe, jeden Tag aufrichtig dankbar zu sein, das Leben zu feiern und zu genießen! 

Tja, und dann kommt die nächste Welle und wir haben wieder die Chance zu erkennen, dass nichts andauern wird und so bleibt, wie es grade noch war – nicht das Eine und auch nicht das Andere...! Und das ist dann wieder mindestens ein herrlicher Grund für große Dankbarkeit!!!

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